Windows Ready Print und ThinPrint – was IT-Verantwortliche wissen sollten

Published on
June 25, 2026
Last edited on
June 25, 2026

Microsofts neue Druckstrategie unter Windows

Microsoft modernisiert den Druckprozess unter Windows grundlegend. Zwei Konzepte spielen dabei eine zentrale Rolle: Windows Ready Print und Windows Protected Print. Beide werden in der Diskussion häufig gleichgesetzt – dabei beschreiben sie unterschiedliche Dinge mit unterschiedlicher Tragweite. Dieser Beitrag erklärt, was hinter beiden Konzepten steckt und was das für Ihre ThinPrint-Umgebung bedeutet.

Auf einen Blick: So unterscheiden sich Windows Ready Print und Windows Protected Print im Umgang mit Druckertreibern.

Windows Ready Print: Der neue Standard für modernes Drucken

Windows Ready Print ist Microsofts Ansatz, den Druckprozess unter Windows zu vereinfachen und zu standardisieren. Technisch basiert Windows Ready Print auf dem Internet Printing Protocol (IPP) und einem in Windows integrierten Klassentreiber. Drucker, die diesen Standard unterstützen, lassen sich ohne die Installation herstellerspezifischer Treiberpakete einrichten und betreiben.

Ab Juli 2026 ist Windows Ready Print der Standard bei Windows-Neuinstallationen. In den Windows-Einstellungen erscheint er als Schalter unter Bluetooth & Geräte > Drucker & Scanner: „Drucker standardmäßig über Windows Ready Print installieren". Ist dieser Schalter aktiv, verwendet Windows bei neuen Druckerinstallationen bevorzugt den IPP-Inbox-Treiber – sofern der Drucker das unterstützt.

Wichtig dabei: Wenn ein Drucker nicht über IPP angesprochen werden kann, greift Windows weiterhin auf herstellerspezifische Treiber zurück– der OEM-Fallback bleibt erhalten. Für IT-Teams bedeutet das: Bestehende Druckumgebungen laufen weiter, auch wenn nicht alle Geräte sofort den neuen Standard erfüllen.

Windows Ready Print lässt sich flexibel steuern – über die Windows-Einstellungen sowie über Gruppenrichtlinien, was den Einsatz in Unternehmensumgebungen erleichtert.

Zusammengefasst:

  • Standardisiertes Drucken auf Basis von IPP und integriertem Klassentreiber
  • Treiberlose Installation für kompatible Geräte
  • Ab Juli 2026 Standard bei Neuinstallationen
  • OEM-Treiber bleiben als Fallback erhalten
  • Steuerbar über Einstellungen und Gruppenrichtlinien

Windows Protected Print: Mehr Sicherheit, strengere Anforderungen

Windows Protected Print Mode ist ein Sicherheitsmodus, der auf Windows Ready Print aufsetzt und die Anforderungen deutlich verschärft. Er adressiert ein konkretes Problem: Der klassische Windows-Druckspooler war in der Vergangenheit wiederholt Ziel schwerwiegender Sicherheitslücken – herstellerspezifische Treiber von Drittanbietern gehören zu den hartnäckigsten Angriffsflächen in Windows. Bekannte Vorfälle wie PrintNightmare haben gezeigt, wie ernst dieses Risiko ist. Windows Protected Print Mode schließt diese Tür, indem der Druckprozess konsequent auf den modernen, IPP-basierten Weg beschränkt wird. Der wesentliche Unterschied zu Windows Ready Print: Ist der Modus aktiviert, gibt es keinen Fallback mehr. Herstellerspezifische Treiber werden vollständig blockiert, nicht unterstützte Drucker werden aus dem System entfernt, und es funktionieren ausschließlich Mopria-zertifizierte Drucker. Das erhöht die Sicherheit erheblich – setzt aber voraus, dass die gesamte Druckinfrastruktur diese Anforderungen erfüllt.

Windows Protected Print ist heute bereits verfügbar, muss aber aktiv eingeschaltet werden. Ab voraussichtlich Juli 2027 soll der Modus standardmäßig aktiv sein.

Zusammengefasst:

  • Sicherheitsmodus, der auf Windows Ready Print aufsetzt
  • Kein Fallback auf herstellerspezifische Treiber
  • Nur Mopria-zertifizierte Drucker werden unterstützt
  • Heute optional, voraussichtlich ab Juli 2027 standardmäßig aktiv

Windows Ready Print vs. Windows Protected Print: Gleicher Stack, unterschiedliche Durchsetzung

Beide Konzepte nutzen denselben modernen Print-Stack – der Unterschied liegt in der Strenge der Durchsetzung. Windows Ready Print bevorzugt den IPP-basierten Weg, lässt aber OEM-Treiber als Rückfalloption zu. Windows Protected Print Mode geht weiter: Dieser Modus lässt ausschließlich den IPP-Weg zu und blockiert Drittanbieter-Treiber vollständig – Drucker ohne IPP-Unterstützung funktionieren in diesem Modus nicht mehr.

Die neuen Druckmodi von Microsoft in den Windows 11 Druckereinstellungen

Was Microsofts neue Druckmodi für ThinPrint-Kunden bedeuten

ThinPrint, unsere On-Premises-Drucklösung, ist mit Windows Ready Print kompatibel. Da der OEM-Fallback erhalten bleibt, arbeitet ThinPrint in bestehenden Umgebungen stabil und zuverlässig weiter – ohne Anpassungsbedarf auf Ihrer Seite. Für Windows Protected Print gilt: ThinPrint wird den Modus unterstützen, sobald er verpflichtend wird. Wer bereits heute auf Windows Protected Print setzen möchte, ist mit ezeep, unserer cloudbasierten Drucklösung, sofort gut aufgestellt. ezeep unterstützt den geschützten Windows-Druckmodus bereits vollständig – möglich macht das die treiberlose Architektur, die schon vor Microsofts Ankündigung Teil von ezeep war.

Fazit

Windows Ready Print und Windows Protected Print verfolgen dasselbe Ziel – modernes, sicheres Drucken unter Windows – unterscheiden sich aber deutlich in ihrer Strenge. Für ThinPrint-Kunden gilt: Die heutige Umgebung läuft mit Windows Ready Print stabil weiter. Die Unterstützung für Windows Protected Print wird rechtzeitig verfügbar sein. Unternehmen, die den Protected Print Mode schon jetzt nutzen möchten, können dies bereits heute mit ezeep umsetzen.

Bei Fragen zu Ihrer konkreten Umgebung stehen wir Ihnen gerne zurVerfügung.

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